Beitrags-Archiv für die Kategorie '01 - Januar'

Wohnraum

Dienstag, 31. Januar 2006 11:18

Als ich im April 2004 nach Zeuthen zog, brauchte ich einige Zeit, um mich an den für mich völlig neuen Wohnraum zu gewöhnen. Es ist ein in den 50ern gebautes Reihenhaus, zweistöckig, mit Keller und Dachgeschoss. Ich habe nie in einem Haus gewohnt, immer war es eine Wohnung, mit nur einer Wohnebene – hier hatte ich auf einmal vier davon. In den ersten Wochen nach dem Einzug hatte ich den Eindruck, ich bin nur mit Treppen-hoch-und-runter-Laufen beschäftigt. Zur gleichen Zeit wurde ich mit der nächsten Erkenntnis konfrontiert: eine Wohnung mit 70 qm sauber zu machen ist ein Peanut im Vergleich zu einem Haus wie das hier…

Ich bin zwar nicht die Einzige hier, die sich mit dem Saubermachen beschäftigt – heute aber schon… Dem Haus widmete ich ganze drei Stunden schweren körperlichen Einsatz. Wie dabei oft, kommen auch diesmal die Existenzfragen hoch: Wo kommt der Staub her? Warum gibt es im Winter immer neue Spinnennetze? Warum gibt es im Bad immer noch keinen Duschvorhang? Die Fragen bleiben unbeantwortet…

Das macht aber nichts – das schöne Gefühl, etwas erledigt zu haben, was seit vielen Tagen mächtig drückte, überschattet alles andere…

Eingeordnet

eingeordnet

Thema: 01 - Januar, Alltag, unscheinbar 2006

das Gewissen

Montag, 30. Januar 2006 11:09

Heute darf ich es ganz legal, ohne schlechtes Gewissen und so lange, wie ich es will… in die Buchhandlung gehen!

Bücher sind meine nächste – aber auch die allererste – Leidenschaft. Sie begann mit dem Bücherschrank meiner Großmutter. Den Schrank sehe ich noch vor mir: überdimensional hoch (für ein Kind), dunkelbraunes Holz, mit zwei Türen, die zu zwei Drittel verglast waren, dahinter lauter Schätze über Schätze… Am Anfang machte ich mich natürlich an die Bilderbücher. An eins kann ich mich noch erinnern: ein sehr altes großes Buch, mit zerfetztem Leinenumschlag, mit unlesbaren Buchstaben und schauderhaften Bildergeschichten über zwei Buben, die ekelhaftes Zeug anstellten. Erst in Deutschland habe ich das Buch wieder gesehen – das waren die Geschichten über Max und Moritz…

Das Lesen lernte ich an den Ladenschildern noch bevor ich in die Schule ging – und danach standen mir sowohl der Schrank meiner Großmutter als auch das Bücherregal meiner Eltern offen. Das Lesen und die Bücher haben mich richtig gepackt – und das bis heute…

Ein Buch hat für mich nicht nur einen Informationswert. Ein Buch ist auch ein von mir hoch begehrtes Sammlerstück, es hat ein Gesicht und eine Seele, eine Haut und mehr als einen Gedanken. Es fällt mir immer sehr schwer, an einer Buchhandlung vorbei zu laufen und nicht hinein zu gehen. Und es kostet mich viel Selbstbeherrschung, in der Buchhandlung zu sein und ohne ein Buch heraus zu gehen.

Heute darf ich ein Buch mitnehmen: ich kaufe eins über italienische Grammatik (ich werde Italienisch für unsere diesjährige Reise nach Italien lernen). Und ich nehme noch eins mit: eine Anthologie über die besten Filme der 80er… Aber darüber später mal…

die Berliner Gewisssensbisse

die Berliner Gewisssensbisse

Thema: 01 - Januar, Bücher, unscheinbar 2006

Schlittschuhe

Sonntag, 29. Januar 2006 11:05

Nach dem Essen spazieren wir zum See.

Ich habe schon vermutet, dass der Zeuthener See gefroren ist, aber das, was ich vorfinde, lässt alle meine Träume wach werden. Der kilometerbreite und -lange See ist jetzt eine riesige Eisfläche, auf der… Menschen Schlittschuh laufen!!!

Seit meiner Kindheit, wo ich das letztes Mal auf einem zugefrorenen See in Olsztyn einfach gerade in die Sonne Schlittschuh lief, träume ich davon, so eine Eis-Fahrt wieder zu erleben. Und heute ist der perfekte Tag dazu: der zugefrorene, endlose See liegt vor mir, die Sonne scheint schön winterlich, leichter Frost… Und ich? Was mache ich? Ich habe keine Schlittschuhe!!!

Keine weiteren Kommentare…

Der Zeuthener See - ein Traum

der Zeuthener See - ein Traum

Thema: 01 - Januar, unscheinbar 2006