Beitrags-Archiv für die Kategorie 'Moderne Zeiten'

schöne Bescherung mit der DDR

Donnerstag, 24. Dezember 2009 19:49

Eine Hand wäscht die andere

eine hand wäscht die andere

Geschenkte DDR – das beduetet heutzutage: Dusch Dich Richtig! Zwei heute geschenkte Produkte der Firma DW Handelsmarken GmbH heißen weiter: “Erich`s Luxus Duschbad” und “Eine Hand wäscht die andere”. Eine stilvolle Verpackung mit zeitgerechten Symbolen lädt mit den Texten ein, die sehr gutes Insiderwissen vorweisen. Obwohl für mich einiges der Übersetzung bedarf (zum Beispiel, was ist “Kessel Buntes” oder “NSW”), habe ich mich beim Lesen prächtig amüsiert. Besonders “lecker” sind die Empfehlungen auf der Verpackung: “Von führenden Kombinaten, Volkseigenen Betrieben und Genossenschaften empfohlen” oder “Auf dem 156. Plenum des ZK der SED empfahl der Kreissekretär Genosse Martin Mummelmann dieses Duschbad zur Festigung des marxistisch-leninistischen Klassenstandpunktes.” Und noch ein Blümchen: “Aufgrund hervorragender Reinigungseigenschaften für Mitarbeiter der Staatssicherheit und diverser Grenzorgane sehr zu empfehlen.” Herrlich!

Die Genossen drehen sich im Grab um… Ihre Ideologie läßt sich mit viel Witz sogar für modernes Marketing adaptieren.

Thema: Moderne Zeiten

verkabelt und vergoogelt

Montag, 23. November 2009 17:26

…bin ich seit einiger Zeit (fast) komplett.

halbwelten

halbwelten

“Verkabelt” bedeutet in diesem Fall, dass nun auch ich endlich mit den Stöpseln in den Ohren herum laufe.
Ich war (und bin immer noch) stets  überzeugt, die Musik kann ich am besten zuhause gemütlich auf dem Sofa oder mit den Kopfhörern am Computer so richtig genießen. Draußen aber brauche ich die Geräusche der Umgebung ungestört zu hören, das Gesehene muß für mich mit dem Gehörten zusammen gehören. Im Sommer habe ich mir dann ein neues Handy gekauft. Mit dem konnte ich zum ersten Mal Radio und aufgespielte Songs hören. Ich habe es also ausprobiert, mit den Stöpseln und einem Berliner Radiosender mit der S-Bahn zu fahren – und zu meiner Überraschung stellte  ich fest, dass alles zusammen ganz gut klappt: die Stöpsel in den Ohren, Musik hören, die Geräusche um mich herum auch wahrnehmen, durch die Gegend laufen bzw. in der S- oder U-Bahn sitzen. Das, was die Mehrheit der von mir bis jetzt gesehenen Menschen macht, mache ich jetzt auch: ich kapsele mich gründlich ab.

“Vergoogelt” bedeutet, dass ich immer mehr Google-Dienste benutze, obwohl ich mit dem, was die seit Jahren treiben, nicht besonders begeistert bin.
Immer wieder kommt eine Google-Welle durch alle Medien und meistens wird die riesige Daten-Sammlerei beklagt. Es wird dabei oft vergessen, dass diese Datenmenge freiwillig von den Benutzer geliefert wird. Keiner wird gezwungen, ausgerechnet die Google-Dienste zu benutzen. Ich habe Firefox, mit dem ich zufrieden bin, und keine Werbung der Welt kann mich dazu bringen, auf Chrome umzusteigen. Vor ca. 2 Jahren habe ich mich bewusst für Googles Picasa entschieden, weil es einfacher war, meine Fotos in Alben der Familie und den Freunden online zu zeigen als sie per eMail zu verschicken. Das war der Anfang der bewußten und kontrollierten “Vergoogelung” – immer entschied ich mich aber nur  für das, was ich wirklich brauchte. Die Dienste sind kostenlos, bezahlt wird trotzdem und zwar mit der Preisgabe von den mehr oder weniger persönlichen Informationen. Google ist schließlich nichts anderes als ein Informations-Händler, zur Zeit der größte. Ob er auch der beste ist, ist eine andere Sache. Diese Größe und die Ausbreitung in immer mehr virtuell erzeugte Bereiche macht mir manchmal Sorgen – es sind schon viel größere Imperien gefallen…

Thema: Moderne Zeiten

No Music Day

Samstag, 21. November 2009 14:46

… wird kurz in “Der Zeit” vom 19.11.09 erwähnt. Es braucht also wieder einen globalen Ausruf, damit einige sich gerade heute besinnen dürfen und dann vielleicht merken, dass es ein Leben ohne Musik (Auto, Zigarette usw.) gibt.
Der Zeit-Redakteur Ulrich Stock fragt: “Immer mehr hören an immer mehr Orten zu jeder Zeit für immer weniger Geld: Wo soll das eigentlich hinführen?” Die Antwort bleibt er aber schuldig… Ich denke, sie interessiert auch keinen außer Musikkonzernen und nur wegen “weniger Geld”.
Auf die Frage “Warum ständig und überall Stöpsel?” gibt es stattdessen mehrere Antworten (Weltabgewandtheit, Wirkverstärkung, Suchtverschiebung), nur diese eine nicht:
“Weil immer mehr Leute immer mehr daran verdienen wollen.”

Thema: Moderne Zeiten