Beitrags-Archiv für die Kategorie 'Kunst'

Michelangelo

Sonntag, 16. April 2006 22:03

Auf ARTE kommt abends ein Dokumentarfilm über “Den göttlichen Michelangelo”. Es ist ein grandioses Bild eines besessenen Multi-Künstlers und seiner aus der mittelalterlichen Dunkelheit erblühenden Zeit. Die Multitalente schienen in der italienischen Renaissance ein gutes Klima zum Entfalten zu haben – vorausgesetzt, sie hatten Fürsten und Päpste unter ihren Auftraggebern. Michelangelo (Buonarotti) lebte über 80 Jahre, was in seiner Zeit ein sehr hohes Alter war. Er war ein Zeitgenosse von Leonardo da Vinci, von dem er aber keine gute Meinung hatte. Er war eingebildet und selbstherrlich. Wer sagt aber, dass geniale Künstler nett und freundlich sein müssen? Man sieht zwar im Vordergrund immer ihre Kunst, aber der Mensch dahinter ist wie jeder andere und kann ja auch gemein sein… Michelangelo war ein perfekter Macher – da Vinci ein perfekter Theoretiker. Was hätten sie geschafft, hätten sie mal zusammen an einem Projekt gearbeitet?

Michelangelo arbeitete schon zu seinen Lebzeiten fleißig an der eigenen Berühmtheit. Er ließ seine – ziemlich oft an der Wahrheit vorbei laufende – Autobiografie schreiben, als erster in der Geschichte meißelte er seinen Namen auf alle Skulpturen. Diese Arbeit hat sich gelohnt… Sein Name und seine Werke werden ohne Mühe weitere 500 Jahre überdauern.

Es gab aber eine Sache, von der Michelangelo als Künstler keine Ahnung hatte (sollte es aber!) – er hatte kein bisschen Interesse an Frauenkörpern… Es scheint, dass er nie eine Frau nackt gesehen hatte. Die von ihm gemalten Frauengestalten sehen aus wie Männer mit zwei Melonenhälften an der Brust…

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der multi-künstler wasser

Thema: 04 - April, Kunst, unscheinbar 2006

Glück im Unglück

Dienstag, 21. Februar 2006 23:13

Vor ungefähr einem Jahr sah ich im Kino eine Filmbiografie von Ray Charles. Der Film hatte sämtliche Oscars bekommen und damit – wie in Hollywood üblich – einige Nachahmer gefunden. Der erste läuft gerade in Kinos – die verfilmte Biografie der Country-Legende Johnny Cash, mit dem Titel “Walk The Line”. Und heute ist der Kinotag…

Das Leben von Johnny Cash ist dem von Ray Charles ziemlich ähnlich: beide hatten in ihrer Kindheit einen Bruder verloren und den Schmerz bis ins Erwachsenenalter mit sich getragen. Und beide versuchten, ihre Schuldgefühle und Verlust mit Alkohol und Drogen zu besänftigen.

Es zeigt sich noch einmal, dass traumatische Kindheitserlebnisse und daraus entstandenes seelisches Leiden in Verbindung mit künstlerischer Begabung eine eigenartige Kreativität auslösen. Wenn das zum Erfolg führt, endet er oft in der Selbstzerstörung. Manchmal haben die Betroffenen Glück, in dieser Phase einen Menschen zu treffen, der ihnen hilft, sie zu überwinden – manchmal aber nicht…

Es scheint viel, viel einfacher zu sein, sich das quälende Leiden von der Seele zu singen, zu schreiben oder zu malen als die Freude und das Lebensglück hochzupreisen. Greift der seelische Schmerz tiefer als das Glücksgefühl?

glück - unglück

glück - unglück

Thema: 02 - Februar, Kunst, unscheinbar 2006