Beitrags-Archiv für die Kategorie 'Kunst'

3 KünstlerInnen

Freitag, 6. August 2010 23:06

Die Malerin Maria Adamus-Biskupska und die zwei Maler Jerzy Boberski und Jan Bonawentura Ostrowski kommen aus Polen und stellen ihre Arbeiten zum ersten Mal gemeinsam aus. Ihre erste Berliner Ausstellung wurde gestern unter dem Titel “Berlin – Kraków – Warszawa” in Berlin eröffnet.

Obwohl sie sich in der Galerie Beletage zusammen präsentieren, ihre Arbeitsthemen und Herangehensweise unterscheiden sich so sehr voneinander, dass sie in keinem Fall in Konkurrenz zueinander auftreten, sondern ein breites, sich ergänzendes Spektrum sehr unterschiedlichen, künstlerischen Welten zeigen.

Maria Adamus-Biskupska ist vor allem eine Portraitmalerin und – auf den ersten Blick – porträtiert sie Frauen. Auf den zweiten Blick aber porträtiert sie den Menschen in der Frau, einen Menschen, der manchmal traurig ist, manchmal heiter, manchmal in sich gekehrt, manchmal auf einen zukommend, manchmal schüchtern, manchmal nachdenklich oder wachsam… Die Malerin kommt ihren Modellen nie zu nah, sie läßt sie so sein, wie sie hier und jetzt sein wollen, erlaubt ihnen, die Distanz zum Betrachter zu behalten. Als Mittel dazu benutzt sie dezente Farben, geringe Kontraste, nebelhafte Unschärfe… Von der Gegenwart so gemalter Frauen fühlt man sich nicht belästigt, man hätte sie gern länger um sich herum…

Jerzy Boberski wurde zum Maler auf weiten, indirekten Umwegen – vielleicht fühlt er sich deshalb am wohlsten in den weit angelegten Landschaften, sowohl natürlichen als auch städtischen. Ungewöhlich modern sind vor allem seine Stadtlandschaften: alte und neue Bauten in Berlin, Warschau, Krakau begleitet von parkenden oder fahrenden Autos, regennassen Straßen, städtischen Laternen. Motive, die von Touristen in diesen Städten millionenfach genau so abgeknipst werden, sind bei Boberski Anlass für gekonnte Lichtstimmungen sowie impressionistische Farben und Pinselführung.

Die Bilder von Jan Bonawentura Ostrowski, mit ihren schlanken Gestalten und schmalen Gesichtern, lassen unweigerlich an Modigliani denken. Bei Bonawentura aber musizieren die Frauen und Männer viel, sie tanzen und lieben sich, sie haben Vögel als Freunde. Ihre Welt und sie selbst tragen in sich alle Farben des Paradieses. Jedes Bild hat die Kraft, jeden Raum, in dem es an der Wand hängt, in ein Paradies zu verwandeln…

Thema: Kunst

Impression

Freitag, 25. Dezember 2009 18:22

Berlin, soleil devant

Berlin, soleil devant

… war mal ein Schimpfwort für Claude Monet und seine Mitstreiter. Sein Gemälde Impression, soleil levant war im Jahr 1872 ein Skandal. Nur deswegen, weil es vor allem Lichtreflexe auf dem abendlichen Wasser darstellte (der Malerei “unwürdig”?).

Die Faszination für sich ständig veränderte Farb- und Form-Muster auf dem durch den Wind gestreichelten Wasser hat mich schon vor mehreren Jahren gepackt. Es ist ein Zusammenspiel von Himmel, Wolken, Wind, Wasserbewegung und -umgebung, das  unaufhörlich sich bewegende Farbflächen herbeizaubert.

Monet brauchte bestimmt sehr viel Zeit, um diese kurzlebigen Farbflecken auf der Leinwand festzuhalten. Ich kriege sie in einem Bruchteil der Sekunde…

Thema: Kunst

mit zwei Herzen gemalt

Sonntag, 6. Dezember 2009 13:13

… ist der Titel einer Kunst-Ausstellung in der Berliner Galerie Beletage. Dorota Kościukiewicz-Markowska, eine hochschwangere (die zwei Herzen!), im Jahr 1972 geborene polnische Autodidaktin aus Szczecin, präsentiert mehrere gemalte Bilder und einen Spiegel. Nach ihem 7-jährigen Aufenthalt in Mexiko, wo sie als Art Director und Visagistin gearbeitet hatte, kam sie vor zwei Jahren zurück nach Polen und widmete sich der Malerei, die zur Passion ihres Lebens wurde.

zadumana

Die Erhebung, 130 x 100 cm

Das Thema ihrer Bilder ist der Mensch, vor allem aber Frauen, die mit ihren nackten, aber weit von der Sexualität entfernten, geschwungenen Körpern durch die bunten Welten zu schweben scheinen. Ihre Augen sind geschlossen, sie mögen schlafen oder meditieren, tagträumen oder in sich hinein schauen – immer aber sehen sie glücklich aus, wohlfühlend, zufrieden  mit sich selbst.  Die Bilder sind sehr bunt – es ist aber nicht die Buntheit eines Blumenladens oder eines Marktes. Die Farben und das Licht erinnern eher an eine bunte, in der Hitze des Mittags still liegende Sommerwiese. Unverkennbar sind hier die Einflüsse der mexikanischen Farbwelt und der persönlichen Erfahrungen mit dem Buddhismus.

Obwohl die Künstlerin an ihrer Werkstatt noch einiges verbessern könnte, sind ihre heiteren Bilder auf jeden Fall sehenswert, besonders in dieser grauen und kalten Jahreszeit.

Thema: Kunst