Beitrags-Archiv für die Kategorie 'Gedanken'

Lesen & Denken

Dienstag, 19. Januar 2010 22:28

Während einer langen S-Bahn-Fahrt fing ich heute an, einen schon lange (seit September 2009) wartenden ZEIT-Artikel zu gelesen. Ich habe ihn so lange liegen gelassen, weil ich – gleich nachdem ich den Titel “Von der Musik des Denkens” sah – wußte, daß das Lesen ein Vergnügen sein wird und dass ich dabei nicht gestört sein möchte (war in der S-Bahn durchaus möglich ist). In der Mitte des Artikels hörte ich auf zu lesen. Es war ein Auszug aus einem Buch und mir wurde klar, dass ich dieses Buch ganz lesen möchte. Also kurz entschlossen kaufte ich die “Theorien” von Martin Seel, ein “Nachdenken über das Denken” – und mal sehen, wann ich diese schönen Sachen lesen werde, von denen er denkt und schreibt… Und was ich dazu denke.

Unten: ein Unikatbuch von Gudrun Wendler

buch zum nachdenken, nicht zum lesen

buch zum nachdenken, nicht zum lesen

Thema: Bücher, Gedanken

das Denken

Mittwoch, 9. Dezember 2009 16:46

Spät abends, wenn es dunkel und still ist, wenn der Körper bequem im Bett liegt und die Sinne nicht mehr beansprucht werden, kommt Bewegung in meinen Kopf – die Gedanken sind da. Sie erscheinen zuerst wie aus dem Nebel, ungenau, bedeutungslos, ohne Worte. Je mehr sie sich dem Bewußtsein nähern, desto deutlicher werden sie, bekommen Form, werden in die Worte gefasst. Ein Gedanke wird dann zum Hauptstrom, zum Denkthema. Wenn ich ihn frei laufen lasse, mäandert er in einem Abstand von mir, verliert sich aber oft in den Nebengedanken, kommt manchmal zurück, manchmal muss ich ihn bewußt (wenn ich ein Thema zum Ende ergründen will) wieder zum Thema holen. Wenn ich den Gedankenstrom zu intensiv verfolge, spannt sich mein Körper an, als ob er wirklich hinterherlaufen wollte. Ich merke das, entspanne die Muskeln, dabei verliere ich manchmal den Gedankenfaden, weil ich für eine Sekunde nicht in meinem Kopf bin, sondern “draußen”, bei meinem Körper. Je nach dem, wie sehr der oder anderer Gedanke emotional aufgeladen ist, wiederholt sich dieses “Wandern” mehr oder weniger Male. Und so vergehen manchmal Stunden, bis ich dermaßen (im Kopf) müde bin, dass ich endlich einschlafe. Sei denn, mein Körper ist am Abend so kaputt, dass er den Kopf stumm legt – was aber eher selten passiert.

Thema: Gedanken