an die Zeit
Freitag, 7. April 2006 18:00
Oh, du meine liebe Zeit, warum rennst du so schnell? Ich jage dich doch nicht, ich will dich doch nicht fangen… Ich weiß, du bist sehr beschäftigt, du musst so viel regeln, überall dabei sein, alles überwachen. Vielleicht deshalb habe ich nie genug von dir? Obwohl du immer bei mir präsent bist: digital oder analog, als Sonne oder Mond, im Wachsein oder im Schlaf. Ich sehe dich in jedem Augenblick, spüre dich in jeder Muskelbewegung, schmecke dich in jedem Schluck Wasser, höre dich in jedem Vogelgesang, rieche dich in jeder Flasche Wein – aber nur oberflächlich… Du verweilst nicht lange genug, um die Sinne mit deiner Anwesenheit voll zu sättigen. Das Gefühl, nichts zu Ende bringen zu können, wird zu meinem ständigen Begleiter. Die Sehnsucht nach deiner Fülle wird immer schwerer zu ertragen. Die Gedanken an dich lassen mich nachts nicht einschlafen und morgens nicht ausschlafen. Werde ich dich mal nur für mich allein haben?
Zu Ostern erwarten wir Verwandte zum Besuch. Am Telefon fragten sie, was sie mitbringen sollen. “Wir brauchen nichts, wir haben alles. Oder… bringt uns die Zeit, die haben wir nicht…”, antwortete Achim darauf.

zeitschnipsel
Thema: 04 - April, die Zeit, unscheinbar 2006

