eine Pferde-Geschichte
Mittwoch, 18. November 2009 19:50
Aus irgendwelchem, mir nicht bekanntem Grund, entwickeln meistens Mädchen eine besondere Vorliebe zu Pferen (obwohl eigentlich nur Männer mit Pferden berühmt wurden, siehe Ritter, Cowboys und Indianer). Ich blieb davon auch nicht verschont. Als ich 9 war, zeichnete ich laufend Pferde, hatte sogar ein grünes kleines Plastik-Pferdchen als Talisman immer dabei. In den 60ern wurden in Olsztyn (meine Geburtstadt) CHIO-Reiterturniere organisiert, die ich oft besucht habe. Aus dem Jury-Häuschen verfolgte ich die Sprünge und zählte gefallene Balken. Und als ich 14 oder 15 war, habe ich begonnen, das Reiten zu lernen. Der Unterricht endete nach ein paar Wochen, weil ich mich im Sattel nicht halten konnte und die Motivation schnell weg war. Dazu war die Reitschule sehr weit und die Wege viel weiter als heutzutage. Die erste Reitstunde werde ich aber nie vergessen: als ich runter von dem Pferd war, konnte ich nicht auf den Beinen stehen, mußte also eine Weile auf dem Grass sitzen bleiben, bis ich sie dann wieder gerade kriegte. Aber seitdem träume ich oft von Pferden – in den Träumen gelingt es mir auch nicht, ein Pferd so richtig zu reiten… Ich weiß nicht, wie ich das machen soll.

so nah und doch so weit
Irgendwann habe ich erfahren, dass ich nach dem chinesischen Horoskop im Jahr des Pferdes geboren wurde. Ich glaube, dass es ungefähr zu gleicher Zeit war, als ich in einer Zeitschrift die Abbildung einer etruskischen Pferdefigur sah, von der ich mich sofort stark angezogen fühlte. Kurze Zeit später kaufte ich ein Plakat mit dieser Figur und einen schönen Bilderrahmen dazu. Dieses Bild hängt immer in der Nähe…
Während meines letzten Besuches in Kiel im August war ich beim Reitunterricht meines Sohnes dabei. Eine Stunde habe ich da gesessen und zugeschaut. Und danach wurde mir auf einmal klar: ich will es wieder machen! Ich muß es nochmal versuchen, solange mein Körper noch einigermaßen gut funktioniert. Vielleicht werde ich so reiten können, wie ich es mir in meinen Träumen wünsche.
Zum Geburtstag bekam ich dann von meinen beiden Söhnen ein paar Stunden Reitunterricht geschenkt. Am 27. August hatte ich die erste Reitstunde seit 40 Jahren. Dies mal konnte ich danach ohne Probleme stehen bleiben und sogar Auto fahren, mit dem “Im-Sattel-Bleiben” klappte es auch gut. Das war eine sehr große Überraschung für mich. Jetzt, nach 2 Monaten, weiß ich zwar, dass das Reiten nicht so einfach ist, dass es noch lange dauern wird, bis die ganz kurzen und schönen Momente des “Mit-dem-Pferd-Schwebens” zur Normalität werden – ich mache aber weiter… Jeden Dienstag.
Thema: die Anfänge

