Beitrags-Archiv für die Kategorie 'Bücher'

Fontane gegen Liebesromane

Montag, 3. Mai 2010 22:17

“Ich lese nur Bücher, die mich interessieren. Bücher über zwischenmenschliche Beziehungen, über Menschen, mit denen ich mich identifizieren kann”, sagte eine Frau in einem Literaturkreis.

“Na, dann lese ich lieber Fontane!”, sagte ein Mann darauf.

Thema: Bücher

Lesen & Denken

Dienstag, 19. Januar 2010 22:28

Während einer langen S-Bahn-Fahrt fing ich heute an, einen schon lange (seit September 2009) wartenden ZEIT-Artikel zu gelesen. Ich habe ihn so lange liegen gelassen, weil ich – gleich nachdem ich den Titel “Von der Musik des Denkens” sah – wußte, daß das Lesen ein Vergnügen sein wird und dass ich dabei nicht gestört sein möchte (war in der S-Bahn durchaus möglich ist). In der Mitte des Artikels hörte ich auf zu lesen. Es war ein Auszug aus einem Buch und mir wurde klar, dass ich dieses Buch ganz lesen möchte. Also kurz entschlossen kaufte ich die “Theorien” von Martin Seel, ein “Nachdenken über das Denken” – und mal sehen, wann ich diese schönen Sachen lesen werde, von denen er denkt und schreibt… Und was ich dazu denke.

Unten: ein Unikatbuch von Gudrun Wendler

buch zum nachdenken, nicht zum lesen

buch zum nachdenken, nicht zum lesen

Thema: Bücher, Gedanken

Lem

Freitag, 31. März 2006 16:16

Heute habe ich erfahren, dass am 23. März im Alter von 85 Jahren der polnische Schriftsteller Stanisław Lem gestorben ist. Noch ein Zeitgeist, der für mich sehr wichtig war und den ich nicht mehr kennen lernen würde, noch einer, den ich verpasst habe.

Im Gymnasium hatte ich eine Verfilmung seines bekanntesten Romans “Solaris” gesehen, was bei mir eine Science-Fiction-Faszination auslöste. Mehr als 10 Jahre lang las ich alles, was mir in die Hände fiel, nicht nur von ihm, sondern auch von vielen anderen Science-Fiction-Autoren. Lem’s “Fantasie” war ziemlich stark durch Philosophie geprägt: der Zukunftsmensch in fernen Galaxien oder auf dem Weg dahin war immer noch auf der Suche nach sich selbst und seinen Grenzen.

das zusammenwirken

das zusammenwirken

Noch zwei seiner anderen Romane sind mir in der Erinnerung geblieben. Den Titel von dem ersten weiß ich leider nicht mehr: Nach einer langen und strapazierten Weltraumreise zu einer fernen Galaxie, um mit dortigen intelligenten Wesen den Kontakt aufzunehmen, stehen die Astronauten vor einem Gebüsch ähnlichen Etwas, dessen Signale sie auf keine Weise verstehen können. Die Enttäuschung ist sehr groß. Und dann kommt der Satz, dessen Sinn mich heute noch berührt: Vielleicht sind die Galaxien mit Absicht so weit voneinander entfernt, damit sich die eventuell entwickelte Intelligenzen nie begegnen – weil sie dann so unterschiedlich sind, dass sie sich nie verständigen können…

Der zweite Roman heißt “Katar” (Der Schnupfen): ein zufälliges Zusammentreffen von verschiedenen Faktoren erweist sich für bestimmte Menschen als Amok-Auslöser, der zu Selbstmord führt. Diese Geschichte machte mir schon damals bewusst, dass nicht das wirklich gefährlich ist, was man kennt, sondern unbekannte, unvorhersehbare Interaktionen und Zusammenwirken, die zwischen bekannten Elementen zustande kommen können.

Thema: 03 - März, Bücher, unscheinbar 2006