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das Nebeneffekt

Dienstag, 2. März 2010 19:53

Der Mensch sollte es soweit gebracht haben, weil er die (bis jetzt) erste Spezies ist, die die im Laufe ihres Lebens erworbenen Erfahrungen an die Nachkommen weitergeben weiß. Die Nachkommen sind wiederum mit einer eingeborenen Fähigkeit zu Nachmachen und Verinnerlichen ausgestattet.

Das funktionierte, so lange die natürliche Evolution diejenigen aussortiert hatte, die lebensbedrohliche Erfahrungen als solche nicht erkannt haben. Als aber die zivilisatorische Evolution den Platz der natürlichen Auslese übernahm, zeigt sich ein Nebeneffekt dieses Verhaltens: die schlimmsten das Leben vernichtenden Handlungen werden immer wieder wiederholt, angereicht mit immer raffinierter Vernichtungstechnik und mit immer größerem Profit.

Thema: der Mensch

Frühling?

Sonntag, 28. Februar 2010 19:11

Seit vier Tagen sieht es so aus, als ob sich der Frühling doch durchsetzen könnte. Der Schnee ist fast überall geschmolzen, auf seiner Stelle liegt nur noch Silvester-Müll und diverse Kleidungsstücke, die Leute so unterwegs manchmal verlieren. Im Garten treibt sich der Maulwurf rum, erste grüne Krokusblätter gucken aus der Erde heraus.

Vorgestern habe ich auf dem Wochenmarkt die ersten Tulpen gekauft. Im Wohnzimmer gehen sie langsam auf und duften sogar dabei (was heutzutage bei gekauften Schnittblumen nicht selbstverständlich ist). Die Nachmittagssonne schafft schon ins Zimmer rein – Achim sieht das schmutzige Fenster, ich sehe die Tulpen im Gegenlicht.

die frühlingsmauer

die frühlingsmauer

Thema: Vier Jahreszeiten

Untertanen

Freitag, 19. Februar 2010 15:11

Ich denke, zum ersten Mal wurde es in der Bibel klar gesagt: der Mensch soll sich die Erde untertan machen. Und obwohl zu dem Thema dort nichts weiter stand, machte er sich auch an Seinesgleichen ran.

Die gesamte, in allen Zivilisationen aufgeschriebene Geschichte, ist die Geschichte der Herrschenden und Beherrschten. Seit Jahrtausenden erobern, herrschen, regieren die Einen und sich untergeben, beherrschen und ausbeuten lassen die Anderen. Es ist stets immer das gleiche Prinzip, es ändern sich nur die Begriffe, die die Beteiligten beschreiben: auf einer Seite sind es Patriarchen, Häuptlinge, Könige, Präsidenten, Vorstands-Chefs, Männer – auf der anderen Stamm-Mitglieder, Untertanen, Volk, Bürger, Mitarbeiter, Frauen… Das Verhältnis zwischen den Herrschenden und Beherrschten wird auch – je nach Epoche und Milieu – unterschiedlich genannt: Sklaverei, Leibeigenschaft, Militärdienst, Arbeitnehmerverhältnis, Ehe.

Warum ist es so? Ist vielleicht diese (männliche!) Eigenschaft, sich auf jede erdenkliche Weise über die Anderen erheben zu müssen, ein Überbleibsel aus der Tierwelt? Ich denke, ja… Diese Eigenschaft ist so stark, dass sie hunderte von Jahrtausenden des Menschwerdens überdauerte und zur Grundlage für die Entstehung (und den Untergang) der Zivilisationen wurde.

Thema: der Mensch