Beiträge vom Januar, 2010

die Oper

Dienstag, 5. Januar 2010 22:38

Die Oper war für mich seit der Schulzeit ein Synonym für langweilige und schwere Schinken in großen Theatern, wo unverständliche Gesänge vor komischen Dekorationen von unbeweglichen Sängern in keiner bekannten Sprache vorgeführt wurden.

Dass es doch anders sein könnte, hat mir zuerst “Carmen” gezeigt, aber nicht als Oper, sondern als ein Film von Carlos Saura. Den Rest haben die “Pop-Opern” bewirkt, das heißt, die populärsten mit den populärsten Sängern der letzten Jahre – Netrebko & Villazon. Zwar bin ich dadurch keine Oper-Liebhaberin geworden, aber ab und zu sehe ich mir gerne die eine oder andere Aufführung an. Und ich merke – das ist die schwierigste von allen Bühnen-Inszenierungen. Die Sänger sind wie gewöhnliche Schauspieler, sie zeigen Emotionen, sind leidenschftlich, weinen, küssen und schlagen sich – nur sie singen noch dazu, die ganze Zeit, in jeder Körperlage.

musikalisch?

musikalisch?

Den Anlass lieferte heute “La Traviata” von Verdi aus dem Jahr 2005 mit dem s.g. “Traumpaar” Netrebko & Villazon (Salzburger Festspiele). Sie waren echt gut!

Thema: Musik

ein kleines Volk …

Sonntag, 3. Januar 2010 19:53

oder eine kleine Nation funktioniert oft besser als dasselbe im Großformat. Das habe ich fest gestellt, nachdem ich über das Verhalten der Isländer in der Krise las. Die Demokratien des hohen Nordens sind sowieso was Besonderes, von denen alle restlichen sich einiges abgucken könnten (wenn sie das nur wollten). Die Isländer sind das kleinste nördliche Volk und glücklicherweise haben sie auch keine Nachbarn, was alleine schon ein Vorteil ist. In die schlimmste Krise aller Zeiten sind sie trotzdem geraten, weil sich einige von ihnen von dem ausländischen Kapitalismus verführen ließen. Und jetzt sind ihre Schulden größer als das Mehrfache ihres BSPs. Und was machen sie, um aus dieser Misere herauszukommen? Keine Sonderkommissionen, keine Koalitionen, keine Steuer-Pakete, keine Werbekampanien, keine Streiks… Sie setzen sich zusammen (aus dem Nationalregister zufällig ausgewählte Personen), um “einmal über alles zu reden”. Das, was eigentlich die Voraussetzung dafür ist, um jede Art von Krise zu bewältigen, das “Alles-Auf-Den-Tisch-Hauen” – darauf kommt leider nur das kleine Volk der Isländer (und einige wenige systemische Unternehmensberater), sonst keiner…

Alles auf dem Tisch

alles auf dem tisch

Thema: Utopien

Silvester

Freitag, 1. Januar 2010 0:47

rund um den korken

rund um den korken

Das Fernsehen macht es nochmal deutlich: Die Silvesternacht und das neue Jahr ist auch relativ, nicht alle erleben das gleichzeitig. Eine Feuerwerkswelle rollt um den Erdball, die Mitternacht wird zig mal wiederholt. Trotzdem vermute ich, dass die Hälfte der Menschheit nichts davon weiß…

Zum neuen Jahr wünscht man sich vor allem Gesundheit. “Glück muss man aber auch haben!”, sagte ein Moderator auf RBB, “Auf dem Titanic waren schliesslich auch alle gesund…”

Thema: Relativität