das Denken
Mittwoch, 9. Dezember 2009 16:46
Spät abends, wenn es dunkel und still ist, wenn der Körper bequem im Bett liegt und die Sinne nicht mehr beansprucht werden, kommt Bewegung in meinen Kopf – die Gedanken sind da. Sie erscheinen zuerst wie aus dem Nebel, ungenau, bedeutungslos, ohne Worte. Je mehr sie sich dem Bewußtsein nähern, desto deutlicher werden sie, bekommen Form, werden in die Worte gefasst. Ein Gedanke wird dann zum Hauptstrom, zum Denkthema. Wenn ich ihn frei laufen lasse, mäandert er in einem Abstand von mir, verliert sich aber oft in den Nebengedanken, kommt manchmal zurück, manchmal muss ich ihn bewußt (wenn ich ein Thema zum Ende ergründen will) wieder zum Thema holen. Wenn ich den Gedankenstrom zu intensiv verfolge, spannt sich mein Körper an, als ob er wirklich hinterherlaufen wollte. Ich merke das, entspanne die Muskeln, dabei verliere ich manchmal den Gedankenfaden, weil ich für eine Sekunde nicht in meinem Kopf bin, sondern “draußen”, bei meinem Körper. Je nach dem, wie sehr der oder anderer Gedanke emotional aufgeladen ist, wiederholt sich dieses “Wandern” mehr oder weniger Male. Und so vergehen manchmal Stunden, bis ich dermaßen (im Kopf) müde bin, dass ich endlich einschlafe. Sei denn, mein Körper ist am Abend so kaputt, dass er den Kopf stumm legt – was aber eher selten passiert.
Thema: Gedanken