Beiträge vom November, 2009

Dualismus oder der Spagat zwischen Kunst und Dokumentation

Freitag, 27. November 2009 15:50

Fotografie begleitet mich seit meiner Kindheit. Mein Vater hatte eine Balken-Fotokamera, machte oft Fotografien im Urlaub an der Ostsee. Die Abzüge machte dann mein Onkel in einem abgedunkelten Zimmer bei meiner Oma. Ich kann mich noch an meine Faszination erinnern, als die Bilder wie aus dem Nichts auf dem Fotopapier langsam sichbar wurden. Als ich ungefähr 13 war, begann ich selbst mit Fotografieren und Entwickeln von Abzügen. Ich fotografierte auf Klassenreisen, im Sommerlager, zu hause. Ich denke, damals ging es mir nur um das Dokumentieren der realen Welt, um das Festhalten von dem, was ich sehe.

Nach einer langen, langen Pause kam nach und nach wieder das Bedürfnis, das Gesehene festzuhalten. Es wurde mir bewusst, dass ich um mich herum Dinge sehe, die die Anderen nicht mal wahrnehmen. Ich wollte also meine subjektiven Wahrnehmungen dokumentieren. Und so kam ich 1990 zu meiner ersten “echten” Fotokamera. Ich begann dann auch, mich mit der Gestaltung, Fotografie-Geschichte und -Technik intensiv zu beschäftigen. Immer aber, sogar wenn ich Makro-Fotografien mit Nahlinse machte, war das für mich nur eine “Kopie” der realen Welt. Bis zu meiner ersten Fotoausstellung im Jahr 2007. Sie war der Anfang eines nie vorher da gewesenen Gedanken: vielleicht ist es doch Kunst, was ich mache? Aber, aber… Die Kunst machen doch die anderen, besseren Fotografen, die ich bewundere. Und Kunst ist – für meine Begriffe – doch viel mehr als nur die Abbildung der Realität (mit welchen Mitteln auch immer). Abknipsen oder abmalen kann doch jeder, der die entsprechenden Werkzeuge hat. Damit aber ein Kunstwerk entsteht, muss ein Mensch (gewöhnlich Künstler genannt) etwas von seinem Inneren, was nur er hat (gewöhnlich Talent genannt),  auf seine einzigartige Weise der Realität beifügen. Kann ich das? Will ich das? Was ist mir wichtiger: Dokumentation oder künstlerische Verarbeitung der Wirklichkeit? Als ich diese zwei Pole in meiner Faszination für Fotografie entdeckte, war ich davon überhaupt nicht begeistert. Irgendwie muss ich mich doch festlegen: entweder betrachte ich die Welt wie eine wirklichkeitstreue Dokumentarin oder wie eine eigenartig (und hier wieder die Frage: was ist denn meine Art?) durchgedrehte Künstlerin.

die schattenwelt der knipser

die schattenwelt der knipser

Momentan bewege ich mich Richtung Kunst (und hoffe, dabei werde ich nicht durchdrehen): auf der letzten Urlaubsreise verzichtete ich bewusst auf die bis jetzt in dieser Situation praktizierte Touristen-Knipserei – ich fotografierte hauptsächlich das, was sonst unsichbar oder unreal war…

Und was ist ein Knipser? Weder Dokumentar noch Künstler… Diese neue Gattung entstand, nach dem das Fotografieren der digitalen Fotokameras überlassen wurde.

Thema: Fotografie

Fluchttiere

Mittwoch, 25. November 2009 10:35

Meine Reitlehrerin sagte gleich vor der ersten Unterrichtstunde: “Pferde sind Fluchttiere, wenn sie sich erschrecken, dann fliehen sie.” Das gerade erlebte ich gestern am eigenen Leib. Ich trabte zufrieden auf einem neuen, sensibleren Pferd in der Halle, als plötzlich eine Frau vor dem Eingang stand und (wahrscheinlich) mit etwas an die Absperrung schlug. Das Pferd erschrak, sprang nach rechts, und ich flog nach links. Die Landung war sehr schmerzhaft, einige Minuten brauchte ich, um wieder richtig atmen zu können.  Die Lehrerin half mir gleich danach, wieder auf das Pferd zu steigen. Ich machte noch ein paar Runden, aber das Pferd hörte nicht mehr so auf mich wie vorher – als ob es sich dachte: “Wenn die so leicht weg zu kriegen ist, dann muß ich nicht auf sie achten…” Es bleibt mir nur zu hoffen, dass es den Vorfall bis zum nächsten Dienstag vergißt.
Ich werde meinen ersten Fall vom Pferd nie vergessen…

immer wachsam

immer wachsam


Thema: die Anfänge

jung bleiben

Montag, 23. November 2009 19:17

Filmplakat… und zur Legende werden SchauspielerInnen, die relativ früh sterben. Wie der Gerard Philipe, mit dem gestern der Film Les grandes manoeuvres (Das große Manöver, 1955) auf ARTE gezeigt wurde. Er starb 1959 im Alter von 37 Jahren. Die schwarz-weißen Fotografien von ihm begleiteten meine Kindheit. Den Film habe ich zum ersten Mal gesehen – eine schöne, altmodische Liebes-Komödie…

Thema: Kino