Zakopane

Samstag, 18. Dezember 2010 19:05

Nach 35 Jahren war ich wieder in Zakopane.

Ich kann nicht sagen, was und inwieweit sich in dem Ort geändert hat, ich kann mich an damals nur schwach erinnern. Eines weiß ich aber immer noch sehr gut: im Jahr 1975 hatte ich dort zum ersten Mal in meinem Leben Ski an den Füßen – und das war gleichzeitig das letzte Mal. Weitere Male waren und sind nach wie vor nicht vorgesehen…

Als ich oben auf Gubałówka war und auf den gegenüber liegenden Berg Giewont blickte, erinnerte ich mich, dass ich hier mal als Kind mit meinem Vater war. Er hat mir erzählt, dass dieser Berg ein schlafender Ritter ist…

Das Wetter war schön, so, wie man sich einen Winterurlaub in den Bergen vorstellt: weiße Schneeberge im Ort, weiße Berge im Schnee rum herum…

Ich habe dort einen alten Freund besucht, den ich 12 Jahre nicht gesehen habe. Und ich habe bemerkt: die Zeiten haben sich geändert, wir haben uns geändert… Alles ist anders…

Giewont

Giewont

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Der Besucher

Freitag, 5. November 2010 21:53

Gestern habe ich einen Mann kennen gelernt, der 84 Jahre auf der Erde zu Besuch war. Er hinterließ viele Spuren: Dokumente, Fotografien, Gedichte, Bilder und Emotionen im Gedächtnis seiner Nächsten.

der besucher

der besucher

Seine Ankunftszeit konnte er sich nicht auswählen, und so geriet er als junger Mensch in das Getriebe der größten Menschheitsdesaster. Immer dabei hatte er ein kleines Heftchen, wo er Gedichte und Bemerkungen aufschrieb. Das, was er in dieser Zeit erlebte, kann man an der Veränderung der Handschrift ablesen – die altmodische Schrift selbst ist heute nur wenigen zugänglich.

Ich habe den Eindruck, dass er – trotz allem – mit dem Besuch zufrieden war. Er verabschiedete sich und ging… Dort hin, woher wir Besucher alle kommen – aus dem Fluß der Zeit.

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Janis 2010

Samstag, 16. Oktober 2010 17:31

Ich mag keine Musicals. Skeptisch eingestellt ging ich gestern Abend zum Schlosspark Theater, wo ein musikalisches Stück über Janis Joplin gezeigt wurde. “Wie kann man ein Musical über Janis machen?! Soll da eine noch dazu singen?? Wie Janis? Unmöglich!!”, habe ich mir gedacht.
Das Theater war voll. Die Lichter gingen aus, aus den Lautsprechern ertönte “Mercedes Benz” im Original, auf der Bühne ein Zimmer mit einem Bett, auf dem eine mollige Frau mit den Rücken zum Publikum lag – es könnte Janis sein… Und irgendwann merkte ich, dass dieses Lied live gesungen wird… Das gibt es doch nicht!
Doch, es gab… Marion La Marché hat es möglich gemacht. Und sehr glaubwürdig. Oft schloss ich die Augen und dachte, ich bin im Konzert von Janis Joplin – so perfekt klangen diese einzigartige Stimme und die dazu gehörende Musik. Die Gänsehaut war auch dabei… Manchmal blickte ich auf die Zuschauer – viele hatten weit geöffnete Augen, als ob sie das nicht glauben würden, was sie da hören und sehen.
Die Ovation zum Schluss war gewaltig…

Berliner Plakat

Berliner Plakat

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